Keynotespeaker und Podiumssprecher

Dies waren die geladenen Rednern der Tagung "Zukunft der Pflege und Therapie gemeinsam gestalten".

 

 Keynotespeaker

Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck

Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), Abt. 4

Qualifikations- und Curriculumforschung, Universität Bremen

Inwieweit bietet das Pflegestudium eine Chance, das Berufsbild der Pflege insgesamt in Deutschland aufzuwerten?

Ziel der (primärqualifizierenden) Pflegestudiengänge ist es nicht primär, die Pflege aufzuwerten, sondern die Patientenergebnisse und damit die Qualität der Pflege, etwa durch den Transfer von aktuellen pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen in die Praxis oder durch das kritische Hinterfragen von Routinen, zu verbessern. Wenn die Pflege dadurch ihren Anteil an den Ergebnissen gesundheitlicher Versorgung nachweisen kann, dürfte dies sekundär auch zu einer Aufwertung der Pflege führen.

 

 

 Frau Dipl. Kffr. Elisabeth Sandbrink

 Geschäftsführerin des Pius-Hospitals, Oldenburg

Welche Rolle spielt die Akademisierung der Pflege im Alltag des Pius-Hospitals?

Unsere akademisch qualifizierten Pflegekräfte sind managerialer, interdisziplinärer und vernetzter tätig.

Der Einsatz erfolgt bedarfsorientiert: qualitativ und quantitativ eng an unseren Klinikprozessen ausgerichtet. Die derzeitige und zukünftige Patientenversorgung stellt andere Anforderungen an Qualifikation und Organisation in der Pflege sowie in der netzwerkartigen Zusammenarbeit mit anderen Professionen.

Die jeweiligen Fachexpertisen werden benötigt, um eine valide begründete Aufgaben-/Problemformulierung und -lösung sowie innovative Verfahren zu den neuen Anforderungen zu erstellen und umzusetzen.

Insbesondere bei Patienten mit komplexen Krankheitsbildern sind diese Pflegenden gefordert, in den Teams die fachlichen Handlungen eigenständig umzusetzen.

Eingesetzt werden unsere akademisch qualifizierten Pflegenden in Leitungsfunktionen, bei der Entwicklung und Verantwortung für die Umsetzung evidenzbasierter und/oder interprofessioneller Leitlinien/Standards in der direkten Patientenversorgung, in der Projektarbeit, in der Fachpflege und in der speziellen Pflege sowie in der Bildung.

 

Herr Prof. Dr. Gregor Theilmeier

Dekan der Fakultät VI, Medizin und Gesundheitswissenschaften,

Universität Oldenburg

In Deutschland stehen viele Ärzte der Akademisierung der Gesundheitsberufe sehr kritisch gegenüber. Sie fürchten einen Verlust von Autorität und Kompetenzen. Was  muss passieren, damit sich akademisch ausgebildete Krankenschwestern und -pfleger am Patientenbett durchsetzen?

 

 

 Frau Antje Heckroth, BScN

 Innere Intensivstation mit Schwerpunkt Kardiologie,

 Gastroenterologie und Onkologie, Klinikum Oldenburg

Worin liegt der Reiz, berufsbegleitend Pflege zu studieren?

 

Berufsbegleitend Pflege zu studieren, ermöglicht es, sich beruflich weiter zu qualifizieren, ohne auf die Absicherung durch den Beruf selbst verzichten zu müssen. Das Studium bietet die Chance, den pflegerischen, routinierten Alltag zu durchbrechen und zu hinterfragen, sich selbst neuen Lerninhalten und - Situationen zu stellen. Durch die Weiterqualifizierung und Wissenserweiterung gelingt es, pflegerisches Handeln zu überprüfen und zu evaluieren. Lösungen werden auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse basierend entwickelt und können praxisorientiert und praxisnah umgesetzt werden.

Das berufsbegleitende Pflegestudium ist nicht nur eine persönliche Weiterqualifizierung, sondern auch eine Professionalisierung der Pflege, die dem Patienten zu Gute kommt.

 

Herr Armin Sülberg

Kaufmännischer Vorstand (Vorstandssprecher) des Evangelischen

Krankenhauses, Oldenburg

In der Pflege werden akademisch qualifizierte Kräfte gebraucht. Welche Rolle spielt die Akademisierung der Pflege im Alltag des Evangelischen Krankenhauses?

Die Komplexität in der Medizin und damit auch in der Pflege hat in vielen Bereichen deutlich zugenommen. Im EV sind insbesondere die Aufgaben und Anforderungen innerhalb der Neurologischen Frühreha sehr stark angewachsen, das heißt es werden z.B. detaillierte Kenntnisse über Beatmung benötigt. Aber auch Projektaufgaben in der Pflege sind häufig so komplex, dass eine dreijährige Ausbildung dafür nicht genügt. Ähnliches gilt teilweise auch in den heute zu stellenden Anforderungen an Führungskräfte in der Pflege, die vierzig,  fünfzig oder mehr Mitarbeiter zu führen haben.

 

 

 Frau Dipl. BerufsPäd. Frauke Wiedermann, BScN

 Hauptgeschäftsführerin Hanse Institut, Oldenburg

Inwieweit ist die Akademisierung der Pflege eine Chance, um zwischen Theorie und Praxis eine Brücke zu schlagen?

 

Pflege ist eine Praxiswissenschaft. Pflegerische Versorgungskonzepte und Interventionen können nur aus der Profession selbst heraus entwickelt werden. Ohne die Fundierung der Pflegewissenschaft und Pflegeforschung ist das nicht denkbar. Deren wird aber nur dann deutlich, wenn sich die Ergebnisse der Forschung auch in der täglichen Versorgungspraxis wiederfinden. Hierfür braucht es akademisch qualifizierte Pflegende. Als Reflective Practioner evaluieren diese Pflegenden kontinuierlich das eigene Handeln, prüfen dessen Evidenz auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, entwickeln Handlungsalternativen und passen ihr Handeln an. So sind die akademisch qualifizierten Pflegekräfte der Motor für die Verbesserung der Versorgungsqualität in den Gesundheitseinrichtungen.  

 


 
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