Wissenschaftliche Leitung:

PD. Dr. Wolfgang Müskens

Kompetenzanrechnung und Durchlässigkeit

 

 

 

Seit 2005 werden an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Verfahren zur Anrechnung außerhochschulischer Kompetenzen auf Studiengänge entwickelt und erprobt. In Kooperation mit anderen Hochschulen, Trägern der beruflichen Bildung sowie Einrichtungen der Erwachsenbildung nahm die Universität Oldenburg u.a. an der BMBF-Initiative ANKOM, dem niedersächsischen Modellvorhaben „Offene Hochschule“ sowie EU-Projekten zur qualitätsgesicherten Anrechnung beruflicher Lernergebnisse teil.

Der „Kompetenzbereich Anrechnung“ der Universität Oldenburg ist maßgeblich an der Entwicklung von Instrumenten zur Durchführung von Äquivalenzvergleichen zwischen außerhochschulischen und hochschulischen Bildungsangeboten beteiligt. Für die Niveaubestimmung steht mit dem an der Universität Oldenburg entwickelten Module Level Indicator (MLI) ein reliables und valides Instrument zur Bestimmung des Niveaus von Lerneinheiten zur Verfügung (Müskens et al., 2013). 

Der „Kompetenzbereich Anrechnung“ unterstützt die Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung basierend auf qualitätsgesicherter Anrechnung und beschäftigt sich folglich mit der Entwicklung von Qualitätskriterien für Anrechnungsverfahren. Neben den spezifischen (d.h. auf jeweils einen Studiengang bezogenen) Äquivalenzvergleichen zwischen beruflichen und Hochschulqualifikationen hat der „Kompetenzbereich Anrechnung“ in den vergangen Jahren ein Verfahren zur unabhängigen Begutachtung von außerhochschulischen Weiterbildungen entwickelt. Basierend auf diesem Verfahren erstellt der „Kompetenzbereich Anrechnung“ seit 2012 im Auftrag des Landes Niedersachsen sogenannte „Allgemeine Anrechnungsempfehlungen“ für Weiterbildungen, die es Hochschulen erlauben, mit geringem Aufwand qualitätsgesicherte Anrechnungsmöglichkeiten für diese Angebote einzurichten (Eilers-Schoof & Müskens, 2013).

Individuelle Anrechnung:

Alle geplanten Studienprogramme werden bei der Einführung individueller Anrechnungsverfahren für beruflich erworbene Kompetenzen unterstützt. Die Unterstützung betrifft sowohl die formale Verankerung der Anrechnung (u.a. in Prüfungsordnungen und Anrechnungsleitfäden) als auch die organisatorische Gestaltung des Anrechnungsprozesses. Gemeinsam mit den Studiengängen sollen passgenaue Anrechnungsinstrumente für die individuelle Anrechnung (z.B. Anrechnungsportfolios) entwickelt werden. Zur Unterstützung der Teilprojekte bei der Implementierung individueller Anrechnungsverfahren wird eine gemeinsame Arbeitsgruppe „Portfoliobasierte Anrechnung“ eingerichtet. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Entwicklung eines gemeinsamen Portfoliomodells zur Erfassung anrechenbarer Kompetenzen und kann dabei u.a. auf die Erfahrungen des PLAR-Services an der Universität Oldenburg aufbauen.

Allgemeine Anrechnungsempfehlungen für berufliche Aus- und Weiterbildung

Zur Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Qualifizierung im Pflege- und Gesundheitsbereich werden Allgemeine Anrechnungsempfehlungen erstellt. Hierzu sollen konkret für Aus- und Weiterbildungen, die im Rahmen der Gestaltung durchlässiger Bildungsangebote mit Studiengängen verzahnt werden sollen, Anrechnungspotenzialanalysen durchgeführt werden. Damit die Ergebnisse dieser Analysen nicht nur von den Studiengängen des Verbundprojektes, sondern auch von anderen Studienangeboten des Pflege- und Gesundheitsbereichs genutzt werden können, sollen diese in Form von Allgemeinen Anrechnungsempfehlungen veröffentlicht werden.



 
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